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tanzplattform deutschland 2026

Cranky Pitch

Cranky Bodies Dance Reset - Photoshoot Vorschau selection © Photo Michiel Keuper

In unseren Vorstellungen sieht das Publikum keine Choreografie – es erlebt, wie sie in Echtzeit entsteht.

Hallo, wir sind Peter Pleyer und Michiel Keuper. Gemeinsam haben wir in Berlin Cranky Bodies a/company gegründet.

Anstatt ein einzelnes Stück zu präsentieren, möchten wir eine choreografische Praxis vorstellen, die wir über viele Jahre hinweg entwickelt haben.

Unsere Zusammenarbeit begann in den 1990er Jahren, als wir uns als Studierende im niederländischen Arnhem kennenlernten – Michiel im Modedesign und Peter im progressiven Tanzstudiengang des European Dance Development Center. Seitdem arbeiten wir kontinuierlich an der Schnittstelle von Tanz, Szenografie, Kostüm und Improvisation zusammen.

Im Zentrum unserer Arbeit steht Gruppenimprovisation als hochentwickelte Performancepraxis. Wir entwickeln strukturierte Scores, die es den Tänzer*innen ermöglichen, Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Dadurch ist jede Aufführung einzigartig, und das Publikum erlebt, wie sich das Stück vor seinen Augen entfaltet – Beziehungen, Entscheidungen und Transformationen entstehen live im Moment.

Im Laufe der Jahre haben wir ein Set choreografischer Werkzeuge entwickelt, das Praktiken wie Contact Improvisation, Authentic Movement und Ensemble-Scoring miteinander verbindet. Hinzu kommen szenografische Systeme, die wir Transition Sculptures nennen – einfache modulare Strukturen aus gefundenen oder recycelten Materialien.

Unsere Kostüme sind keine festen Designs, sondern austauschbare Kollektionen. Dadurch können die Performer*innen während der Aufführung die visuelle Komposition immer wieder verändern.

Dieser Ansatz macht unsere Arbeiten sehr anpassungsfähig.

Wir können bestehende Werke mit unserem Ensemble präsentieren, sie mit unterschiedlichen Besetzungsgrößen neu einstudieren, mit lokalen Performer*innen in Workshops zusammenarbeiten oder ortsspezifische Versionen für Festivals und andere Räume entwickeln.

Zu unseren jüngeren Arbeiten gehören Cranky Bodies Dance Reset, Terrestrial Transit und View.Point.Mary. Diese Stücke entwickeln sich kontinuierlich weiter und können in neuen Kontexten wiederaufgenommen werden.

Derzeit suchen wir außerdem Koproduktionspartner für ein neues Projekt, das für 2027 geplant ist.

Was wir anbieten, ist also nicht nur ein fertiges Stück, sondern eine sich weiterentwickelnde choreografische Praxis, die sich mit unterschiedlichen Orten, Künstler*innen und Publikum verbinden kann.

Visible Undercurrent 2014

2014 — unser erstes gefördertes Projekt durch den Hauptstadtkulturfonds in Berlin, in den Sophiensæle.

Ich glaube sehr an meine progressive Tanzausbildung, und gleichzeitig spürte ich die Frustration darüber, wie langsam die Weitergabe neuer Ideen im zeitgenössischen Tanz tatsächlich geschieht.

Im Berliner Kontext konnte ich in der Arbeit von Sasha Waltz und Meg Stuart viele Elemente dieser neueren Arten des Choreografierens erkennen – Ideen, die ich teile und die ich sichtbarer machen und mit artikulieren wollte.

Also lud ich Meg und Sasha ein, zusammen mit meinen Lehrer*innen Mark Tompkins aus Paris, Eva Karczag aus Arnhem und Yoshiko Chuma aus New York sowie einer Gruppe junger Tänzer*innen, denen ich in meiner Lehrtätigkeit begegnet war.

Wir kamen zusammen, um zu improvisieren und einige dieser gemeinsamen Erkenntnisse zu artikulieren.

Nach einer zehnwöchigen Probenzeit präsentierte diese nächste Generation von Tänzer*innen ein Stück, das aus diesem Prozess hervorgegangen war.

Michiels Beitrag war die Szenografie; für die Kostüme entwarf er Slogan-T-Shirts mit den Worten TOUCH, POOR, CRISIS, ACT, neben weitere handbemalte Shirts.

Visible Undercurrent - Programm cover
CRANKY BODIES a/company
Visible Undercurrent - Kick Off© Photo Michéal Rowsome
CRANKY BODIES a/company
Visible Undercurrent - performance © Photo Michéal Rowsome
Visible Undercurrent 2014 © Photo Michéal Rowsome
Visible Undercurrent 2014© Photo Michéal Rowsome
CRANKY BODIES a/company

Moving the Mirror 2016

Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Tanz- und Kunstinstitutionen in Polen:
dem Center for Contemporary Art Ujazdowski Castle in Warschau sowie der Art Stations Foundation by Grażyna Kulczyk / Stary Browar Nowy Taniec in Poznań.

Tänzer*innen aus Berlin und Warschau kamen zusammen, um mit Improvisationsstrukturen zu arbeiten, die ich aus meinen Studien und praktischen Erfahrungen zusammengestellt hatte:

Anatomical Release Work in der Tradition von Mabel Todd, Barbara Clark und Lulu Sweigard.
Contact Improvisation als Technik und Gruppen-Scoring — Jam, Faller/Jumper/Catcher.
Contemplative Dance Practice, entwickelt von Barbara Dilley.
Ensemble Thinking von Nina Martin.
Und Authentic Movement als Duett- und Gruppenscore.

Hier begannen auch Michiels Transition Sculptures, die später zu einem wichtigen Erkennungsmerkmal unserer Arbeit mit Cranky Bodies a/company wurden.

Wir hatten sehr wenig Geld und fast keine Zeit für die Vorbereitung.
In gewisser Weise ähnlich wie Robert Rauschenberg es für die Merce Cunningham Dance Company getan hatte, verwendete Michiel alles, was er im Backstagebereich des Aufführungsraums finden konnte, als Szenografie:

rote, weiße und schwarze Stühle,
Äste von Bäumen
und einige Materialien aus dem Baumarkt.

Die Tänzer*innen wählten und wechselten ihre Outfits frei innerhalb eines Farbschemas — auch Nacktheit war eine mögliche Kostümoption.

Im neu wiederaufgebauten Performance-Residenzraum des CSW spielten wir zwei Abende.

Andere Artists-in-Residence, darunter auch Künstler*innen aus Indien, sahen sich beide Abende an, und ihr Feedback hat unsere Arbeit seitdem stark geprägt.

Nach dem ersten Abend hatten sie viele Fragen:
Was machen sie da?

Nach dem zweiten Abend sahen sie eine völlig andere Aufführung mit denselben Zutaten und derselben Struktur — und sie erkannten das besondere handwerkliche Können und die Fähigkeiten, die die Tänzer*innen präsentierten.

Moving the Mirror - Warschau 2016© Photo Bartosz Górka
CRANKY BODIES a/company
Moving the Mirror - Warschau 2016© Photo Bartosz Górka
CRANKY BODIES a/company
Moving the Mirror - Warschau 2016 © Photo Bartosz Górka

Cranky Bodies Dance Reset 2017

Mit Cranky Bodies Dance Reset entwickelten wir einen 90-minütigen offenen Score.

Die Idee war, dass sich ein Ensemble durch die Entwicklung starker Improvisationsfähigkeiten aller Performer*innen bilden kann – und durch eine genaue Auseinandersetzung mit wegweisenden Gruppenarbeiten des zeitgenössischen Tanzes der jüngeren Vergangenheit.

Neben Arbeiten von Meg Stuart und Sasha Waltz beschäftigten wir uns auch mit Werken von Lucinda Childs, Trisha Brown und Stephanie Skura, die eine meiner Lehrerinnen gewesen war.

Ihr Text „Politics of Method“ wurde zu einem wichtigen Grundstein unserer Arbeit. Darin schreibt sie:

> Tanz ist nicht nur wegen seines Themas politisch, sondern auch wegen der Art und Weise, wie Tänze gemacht werden, wie sie strukturiert sind und was sie darüber zeigen, wie Menschen miteinander in Beziehung treten.

Und ich würde hinzufügen: auch darüber, wie sie sich zu einem Publikum verhalten.

Ihre Arbeit Cranky Destroyers aus dem Jahr 1988 gab unserer Kompanie schließlich den Namen: Cranky Bodies a/company.

Mit Cranky Bodies Dance Reset kamen mehrere zentrale Elemente unserer Arbeit erstmals auf der großen Bühne der Sophiensæle in Berlin zusammen:

  • virtuose tänzerische Improvisationsfähigkeiten
  • Transition Sculptures, gebaut aus vorgefertigten Holzstrukturen, Stoffen, Stäben und anderen gefundenen oder gekauften Materialien
  • eine Sammlung austauschbarer Kostüme mit einem klaren und differenzierten Farb- und Schnittkonzept
  • Live-Musik

Von diesem Zeitpunkt an begannen wir, unsere Tanzforschung auf spezifische Gruppen-Improvisationsstrukturen als Grundlage jeder neuen Arbeit zu konzentrieren.

Für Cranky Bodies Dance Reset war diese Struktur die Contemplative Dance Practice, entwickelt von Barbara Dilley.

Cranky Bodies Dance Reset - Sophiensaele 2017 © Photo Lutz Gregor
Photos Martin Sieweke© Photos Martin Sieweke
CRANKY BODIES a/company
Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew
Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew
Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew
Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew
Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew

Terrestrial Transit 2022

Mit Terrestrial Transit vertieften wir unsere Verbindung zur Tanzszene in Polen.

Gemeinsam mit unserem Ensemble reisten wir von Berlin durch die brandenburgische Landschaft nach Szczecin und weiter an die Ostsee und arbeiteten unterwegs in zweiwöchigen Residenzen an verschiedenen Orten.

Zusammen mit der Filmemacherin Stella Horta entwickelten wir eine dreistündige immersive Tanz- und Videoinstallation.

Da wir auf Reisen waren, mussten die Materialien für die Transition Sculptures stark reduziert werden.
Wir arbeiteten mit einer kleinen Auswahl von Elementen: einer Sammlung runder Spiegel, Stäben, einem 100-Meter-Seil, einigen Stoffen und Windsäcken.

Die austauschbaren Kostüme folgten einem klaren Farbschema — eine Kollektion aus leichten und übergroßen T-Shirts, Hemden und Hosen, die die Performer*innen während der Aufführung wechseln und neu kombinieren konnten.

Für die tänzerische Gruppenforschung in diesem Projekt arbeiteten wir mit dem Underscore, der Improvisationsstruktur, die von Nancy Stark Smith entwickelt wurde.

Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023 © Ludger Storcks
Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023© Ludger Storcks
CRANKY BODIES a/company
Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023 © Ludger Storcks
Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023 © Ludger Storcks
Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023 © Ludger Storcks
Terrestrial Transit/ Performance Dezember 2023 © Ludger Storcks

VIEW.POINT.MARY 2024

Mit View.Point.Mary konzentrierte sich unsere Tanzforschung auf die Six Viewpoints-Praxis und -Theorie, entwickelt von Mary Overlie, in Kombination mit einer kontinuierlichen Praxis von Authentic Movement.

Für die Transition Sculptures arbeitete Michiel mit größeren Holzblöcken und Strukturen, die uns aus einer Studioauflösung zur Verfügung gestellt worden waren.
Er arbeitete sie auf und gab ihnen eine neue Farbe — die Materialien wurden so recycelt und wiederverwendet, was unser Interesse an nachhaltigen szenografischen Systemen fortsetzte.

Die Kostüme entwickelten sich immer mehr zu einer Art Modekollektion, blieben dabei jedoch austauschbar, mit verschiedenen Einzelteilen und Add-ons, die die Performer*innen während der Aufführung frei kombinieren konnten.

Für View.Point.Mary kehrten wir zum 90-minütigen offenen Score-Format zurück, das wir erstmals in Cranky Bodies Dance Reset erprobt hatten.

Wir stellten fest, dass das Publikum in unserer Arbeit oft Zeit zum Beobachten braucht — um zu sehen, wie sich Ideen entwickeln und wie sich die Komposition in Echtzeit entfaltet.

Unsere Forschung zu Mary Overlies postmodernem Denken weckte zudem ein breiteres Interesse an aktuellen Entwicklungen in der Kulturtheorie und Soziologie, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konzept der Metamoderne.

Alle unsere geförderten Projekte erhielten Wiederaufführungsförderungen vom Berliner Senat oder dem Hauptstadtkulturfonds.

Und View.Point.Mary wird vom 21.–24. Mai im Dock 11 in Berlin wiederaufgeführt — wir freuen uns auf euer Kommen.

VIEW.POINT.MARY 2024 © Photo Ludger Storcks
VIEW.POINT.MARY 2024© Photo Ludger Storcks
CRANKY BODIES a/company
VIEW.POINT.MARY 2024 © Photo Ludger Storcks
VIEW.POINT.MARY 2024© Photo Ludger Storcks
CRANKY BODIES a/company
VIEW.POINT.MARY 2024 © Photo Ludger Storcks
VIEW.POINT.MARY 2024 © Photo Ludger Storcks
VIEW.POINT.MARY 2024 © Photo Ludger Storcks

Videoauszug

Cranky Bodies Dance Reset

Dieser 25 Minuten Trailer enthält längere Sequenzen, die einen guten Eindruck davon vermitteln, wie sich unsere improvisatorische Choreografie entwickelt.

NEUES PROJEKT – 2027

Seit 2017 forschen wir für jedes einzelne Projekt an einer spezifischen Gruppen Improvisations Struktur:

Für Cranky Bodies Dance Reset war es die Contemplative Dance Practice, entwickelt von Barbara Dilley.
Für Terrestrial Transit arbeiteten wir mit dem Underscore von Nancy Stark Smith.
Für View.Point.Mary forschten wir zu den Six Viewpoints von Mary Overlie.

Für unser nächstes Projekt, geplant für 2027, werden wir mit Ideokinesis und den Tuning Scores von Lisa Nelson arbeiten.

Aber anstatt eine einzelne, feste Produktion zu präsentieren, bieten wir vor allem eine choreografische Praxis an.

Unsere Arbeiten können viele Formen annehmen:
Sie können mit unserem eigenen Ensemble aufgeführt, mit unterschiedlichen Besetzungsgrößen neu einstudiert oder gemeinsam mit lokalen Performer*innen durch Workshops und Residenzen entwickelt werden.

Unsere Szenografie und Kostüme sind leicht, modular und nachhaltig, wodurch sich die Arbeiten an viele verschiedene Kontexte anpassen lassen — Theater, Festivals oder ortsspezifische Situationen.

Und da unsere Performances auf strukturierten Improvisationen basieren, ist jede Aufführung einzigartig.
Das Publikum erlebt, wie Choreografie in Echtzeit entsteht.

Wir suchen Partnerinstitutionen und Spielorte, die daran interessiert sind, diese sich entwickelnde Praxis zu beherbergen
sei es durch die Präsentation bestehender Arbeiten, die Zusammenarbeit an angepassten Versionen oder die Koproduktion zukünftiger Projekte.

Mai 2026

coming up!

V.P.Mary WA - Vorschau front© Photo Ludger Storcks
CRANKY BODIES a/company

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