Photo Katarzyna Szugajew © Photo Katarzyna Szugajew

2017

Abendzettel

Wenn Cranky Bodies Dance Reset die Rückkehr zur großen choreografischen Form ausruft, verweist diese Geste auf ein erweitertes Verständnis von Choreografie. Ein Ensemble aus neun Tänzer_innen erarbeitet zusammen mit Musik und Stage Design komplexe choreografische Strukturen, die sich über die gemeinsame Praxis artikulieren und ausdifferenzieren. Das Projekt verweist auf eine choreografische Praxis in Tradition der Post-Judson Ära, die Improvisation und Choreografie nicht mehr als Gegensatzpaare behauptet. Cranky Bodies Dance Reset betont die Komplexität, Ambiguität, das Unvorhersehbare und Eklektische in der choreografischen Praxis.

CRANKY* BODIES* DANCE* RESET* (BUILT TO LAST)*
Fünf Arbeiten der Choreografinnen Trisha Brown, Lucinda Childs, Stephanie Skura, Meg Stuart und Sasha Waltz dienen als Inspiration für die tänzerische Recherche, ohne selbst zum Gegenstand von Rekonstruktion oder Zitat zu werden. Cranky Bodies Dance Reset versteht sich als lebendiges, wandelbares Gedächtnis/Archiv, das sich einer eindeutig rekonstruierbaren Herleitung verweigert, zwischen Aneignung und Abgrenzung changiert und seine Aktualisierungen stets neu verhandelt.

1982 CHOREOGRAFIERTE LUCINDA
CHILDS DANCE
Nach den Experimenten der 1960er und 70er Jahre nennt Lucinda Childs ein Stück mit komplexen Strukturen, das in der gleichberechtigten Zusammenarbeit der Künste: Musik, Film, Tanz – Phil Glass, Sol LeWitt, Lucinda Childs entsteht – schlicht Dance.

1984 CHOREOGRAFIERTE TRISHA BROWN
SET AND RESET
Hier entstand in der Zusammenarbeit von Brown, Robert Rauschenberg und Laurie Anderson eines der ersten Stücke, mit der Trisha Brown ihre eigene Company etablierte. Ermöglicht wurde dies durch die gemeinsame Trainingsgrundlage in release-basierten Techniken, welche die Tänzer_innen verband und es ihnen ermöglichte hoch komplexe choreografische Strukturen zu bewältigen.

1988 CHOREOGRAFIERTE STEPHANIE SKURA
CRANKY DESTROYERS
Zur Musik von Beethoven entwickelte Skura eine auf Improvisation basierte Choreografie. Nach den formalen Experimenten der Judson Church wurde hier vor allem ein Bezug zu dem, was Skura selbst als Politics of Method beschreibt, deutlich: Stücke seien politisch aufgrund der Art und Weise, wie sie gemacht werden.

1999 CHOREOGRAFIERTE SASHA WALTZ
KÖRPER
Nach den Jahren der durchaus narrativen Tanz-Theater-Stücke setze Sasha Waltz mit dem Wechsel an die Schaubühne hier eine Form der Choreografie, die grundlegend durch ihr Studium an der SNDO, sowie ihrer Arbeit mit Lisa Kraus (Trisha Brown DanceCompany) Yoshiko Chuma und Mark Tompkins inspiriert war.

2014 CHOREOGRAFIERTE MEG STUART
BUILT TO LAST
Mit diesem Stück lotet Meg Stuart unterschiedliche Möglichkeiten choreografischen Arbeitens aus: Tanzen zu Musik, Energiearbeit und Transformation, neue Formen des Schamanismus, das Spiel mit historischen Referenzen sowie die kompositorische Verknüpfung der Ebenen von Bühnenbild und Kostüm

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